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title: "Cookieless Tracking 2026: Warum wir auf Umami setzen"
lang: de
type: blog
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author: "Laura Murgia"
published: 2026-06-10
last_updated: 2026-10-07
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# Cookieless Tracking 2026: Warum wir auf Umami setzen

Klassisches Cookie-Tracking verliert seit dem Ende der Third-Party-Cookies und durch Consent-Pflichten massiv an Datenqualität. Cookielose Tools wie Umami speichern nichts im Browser, kommen in der gängigen Praxis ohne Consent-Banner aus und liefern die KPIs, die Entscheider wirklich nutzen: Besucher, Quellen, Conversions, Kampagnen. arocom hat die eigene Analyse auf selbst gehostetes Umami umgestellt. Der Beitrag zeigt am echten Dashboard, was Entscheider sehen, benennt die Verluste beim Wechsel ehrlich, erklärt Events und Funnels für die Conversion-Messung und ordnet die Datenschutzseite ein. Enterprise-Anforderungen wie Attribution über mehrere Kanäle bleiben die Domäne von Adobe, Piano und GA4.

## Cookieless Tracking 2026: Warum wir auf Umami setzen

Dieser Beitrag hat eine Vorgeschichte. 2020 verglichen wir im alten
arocom-Blog die damals gängigen Webtracking-Tools, von Adobe Analytics
bis Google Analytics. Der Artikel wurde sechs Jahre lang gut gelesen.
Inzwischen ist seine Grundannahme gekippt: dass Tracking eben Cookies
setzt und ein Consent-Banner dazugehört.

Heute gilt das Gegenteil. Die besten Daten liefert, wer auf Cookies
und langlebige Nutzerprofile verzichtet. Warum das so ist und welches
Tool zu welchem Unternehmen passt, zeigt dieser Vergleich.

## Warum cookieloses Tracking bessere Daten liefert

Das klingt zunächst paradox. Weniger Daten erheben und trotzdem mehr
wissen? Die Rechnung geht so: Cookie-basierte Tools messen nur
Besucher, die im Consent-Banner zustimmen. In unseren Projekten
lehnen je nach Branche 30 bis 60 Prozent der Besucher ab. Eure
Statistik zeigt dann weniger als die Hälfte der Realität, und zwar
verzerrt: Technikaffine Nutzer lehnen häufiger ab.

Cookielose Tools erfassen dagegen jeden Besuch, weil sie nichts im
Browser speichern. Keine Cookies, keine IP-Speicherung, keine
Profile über Monate. Umami erkennt Besucher nur an einer Kennung,
die es aus IP-Adresse und Browserkennung bildet und spätestens zum
Monatswechsel neu berechnet. Das ist pseudonym, nicht anonym: Die
DSGVO gilt weiter, und die Datenschutzerklärung muss es so sagen.
Ein Consent-Banner braucht die Analyse in der gängigen Praxis
trotzdem nicht, und die Zahlen bilden wieder alle Besucher ab.

Der Preis: Ihr verliert Funktionen wie nutzergenaue Journeys über
Monate hinweg oder Remarketing-Listen.
Ob ihr die je genutzt habt, ist die ehrliche Gegenfrage.

## Die Tools im Vergleich: GA4, Matomo, etracker, Umami

|  | GA4 | Matomo | etracker | Umami |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Cookielos möglich | eingeschränkt | ja (konfigurierbar) | ja | ja (immer) |
| Consent-Banner nötig | ja | je nach Setup | nein (Standard-Setup) | nein (gängige Praxis) |
| Hosting | Google-Cloud (US) | selbst oder Cloud (EU) | Deutschland | selbst oder Cloud |
| Kosten | kostenlos (Daten als Preis) | ab 0 € (self-hosted) | ab ca. 19 €/Monat | ab 0 € (self-hosted) |
| Zielgruppe | Marketing-Teams im Google-Ökosystem | Datenhoheit + Funktionstiefe | Shops, DSGVO-Fokus | klare KPIs ohne Ballast |
| Komplexität | hoch | mittel | mittel | niedrig |

Die Enterprise-Klasse (Adobe Analytics, Piano Analytics) haben wir
bewusst ausgeklammert. Wer Attribution über zehn Kanäle und
KI-gestützte Prognosen braucht und ein entsprechendes Budget hat,
ist dort weiterhin richtig. Für die meisten mittelständischen
Corporate Websites ist das Overkill.

## Warum wir uns für Umami entschieden haben

Unsere eigene Website läuft seit dem Relaunch mit selbst gehostetem
Umami. Drei Gründe gaben den Ausschlag:

**Erstens die Banner-Frage.** Ohne Tracking-Consent braucht unsere
Website kein Analyse-Banner. Das verbessert die Nutzererfahrung und
die Datenbasis zugleich.

**Zweitens die Datenhoheit.** Umami läuft auf unserem eigenen Server
in Deutschland. Es gibt keinen Drittanbieter, der unsere
Besucherdaten zu eigenen Zwecken verarbeitet.

**Drittens der Fokus.** Umami beantwortet die Fragen, die in
Geschäftsführungs-Reports tatsächlich vorkommen: Wie viele Besucher,
aus welchen Quellen, welche Inhalte funktionieren, wie viele
Kontaktanfragen. Events und Funnels decken auch Conversion-Strecken
ab. Was fehlt, haben wir in zwei Jahren nicht vermisst.

Als Beobachtung aus Kundenprojekten: Der häufigste Einwand gegen den
Wechsel ist nicht funktional, sondern Gewohnheit. GA4-Dashboards
sind vertraut, auch wenn kaum jemand mehr als vier Berichte nutzt.

![Umami-Dashboard mit Besuchern, Seitenaufrufen, Absprungrate und Verweildauer](https://www.arocom.de/images/blog/umami-dashboard.webp)

*Das Umami-Dashboard der offiziellen Demo: die KPIs, die in Reports tatsächlich vorkommen. (Quelle: öffentliche Umami-Demo, umami.is)*

Der Screenshot zeigt, was ihr nach dem Login seht. Vier Kennzahlen
stehen im Kopf des Dashboards: Besucher, Seitenaufrufe, Absprungrate
und Besuchsdauer, jeweils mit Vergleich zum Vorzeitraum. Darunter
liegen der Zeitverlauf und die meistbesuchten Seiten.

Für ein Monatsreporting reicht in der Praxis genau diese eine
Ansicht. Sie beantwortet die Standardfragen der Geschäftsführung in
einer Minute: Entwickeln sich die Besucherzahlen nach oben? Welche
Inhalte ziehen? Bleiben die Besucher oder springen sie ab?

Was ihr hier nicht seht: Sampling-Hinweise, Schwellenwerte oder
modellierte Schätzwerte für Besucher ohne Consent. Die Zahlen sind
vollständig, weil kein Banner dazwischensteht. In Kundenterminen
ist das erfahrungsgemäß der Moment, in dem die Diskussion über
Datenqualität endet.

## Die Quellen-Ansicht: woher eure Besucher kommen

Die zweite Ansicht, die in Reports tatsächlich vorkommt, ist die
Quellen-Liste. Sie führt jeden Referrer einzeln auf: Google, Bing,
LinkedIn, verlinkende Fachportale. Seit gut zwei Jahren stehen dort
auch KI-Systeme. In unserer eigenen Instanz und in Kundenprojekten
beobachten wir chatgpt.com inzwischen regelmäßig unter den
wichtigsten Quellen.

![Umami-Quellenansicht mit Referrern, darunter google.com und chatgpt.com](https://www.arocom.de/images/blog/umami-referrer-quellen.webp)

*Die Quellen-Ansicht zeigt Referrer einzeln, auch KI-Systeme wie chatgpt.com tauchen hier auf. (Quelle: öffentliche Umami-Demo)*

Für Entscheider ist diese Liste die Antwort auf eine Budgetfrage:
Welche Kanäle bringen tatsächlich Besucher, und in welchem
Verhältnis stehen sie zueinander? Wenn LinkedIn-Aktivitäten viel
Arbeitszeit kosten, aber kaum Besuche liefern, steht das hier
schwarz auf weiß.

Kampagnen verfolgt ihr über UTM-Parameter, die Umami automatisch
auswertet. Ein Newsletter-Link mit utm_source und utm_campaign
erscheint sauber getrennt vom organischen Traffic. Wie ihr aus den
KI-Referrern ein eigenes Segment baut und die Zahlen interpretiert,
beschreibt unser Beitrag zu
[KI-Referrals](https://www.arocom.de/blog/ki-referrals-messen) Schritt für Schritt.

## Was ihr beim Wechsel verliert

Ehrlichkeit gehört in jeden Tool-Vergleich, deshalb hier die
Verlustseite. Erstens die Kampagnen-Attribution: Umami ordnet eine
Conversion der jeweiligen Quelle des Besuchs zu. Wer Budgets über
mehrere bezahlte Kanäle steuert und wissen will, welcher Erstkontakt
eine Anfrage drei Wochen später ausgelöst hat, bekommt diese
Antwort hier nicht.

Zweitens die demografischen Daten. Alter, Geschlecht und
Interessenkategorien fallen weg. Das schmerzt weniger, als es
klingt: Diese Werte stammten in GA4 aus Googles Werbeprofilen und
waren modelliert statt gemessen. Für B2B-Entscheidungen waren sie
nach unserer Erfahrung selten handlungsleitend.

Drittens nutzergenaue Langzeit-Journeys und Remarketing-Listen.
Weil sich die Besucherkennung spätestens zum Monatswechsel ändert,
gibt es keine Wiedererkennung über Monate und keinen Export an
Werbeplattformen.

Unsere Faustregel aus Projekten: Wer einen großen Teil des
Marketingbudgets in bezahlte Kanäle steckt und die
Multi-Channel-Attribution wirklich nutzt, sollte vor dem Wechsel
genau rechnen. Für die typische mittelständische Corporate Website
ist die Verlustliste verschmerzbar.

## Events und Funnels: Conversions ohne Cookies messen

Besucherzahlen allein rechtfertigen kein Marketingbudget. Die
eigentliche Frage lautet, was die Besucher tun. Dafür bietet Umami
Events und Funnels, beides ohne Cookies.

Ein Event ist eine zählbare Handlung. Drei Beispiele, die wir auf
B2B-Websites standardmäßig anlegen:

1. **Kontaktformular gesendet.** Das härteste Signal; in Umami
   genügt dafür ein Daten-Attribut am Absenden-Button.
2. **Whitepaper oder Leitfaden heruntergeladen.** Ein
   Frühindikator: Wer ein PDF zieht, recherchiert ernsthaft.
3. **Telefonnummer angeklickt.** Auf Mobilgeräten oft die
   häufigste Conversion und in vielen Statistiken trotzdem
   unsichtbar.

Funnels verketten solche Schritte. Ein typischer Trichter:
Leistungsseite, Referenzprojekt, Kontaktformular geöffnet, Formular
gesendet. Umami zeigt, wie viele Besucher an jeder Stufe aussteigen.
Wenn 80 Prozent zwischen Öffnen und Absenden verloren gehen, liegt
das Problem im Formular und nicht im Traffic.

Ein Praxistipp zur Disziplin: Legt höchstens fünf bis acht
Events an und benennt sie nach einem festen Schema, etwa
kontakt-formular-gesendet statt Event17. In Projekten sehen wir
regelmäßig GA4-Setups mit dutzenden Events, von denen niemand mehr
weiß, was sie messen. Der Werkzeugwechsel ist die beste Gelegenheit
für diesen Frühjahrsputz.

## Datenschutz-Einordnung: cookielos heißt nicht regelfrei

Ein verbreitetes Missverständnis lautet: ohne Cookies keine
Pflichten. So einfach ist es nicht. Wichtig vorab: Wir sind keine
Rechtsberater, die folgenden Punkte ersetzen keine juristische
Prüfung.

Die Datenschutzerklärung bleibt Pflicht. Auch cookielose
Webanalyse verarbeitet personenbezogene Daten: Die Besucherkennung
aus IP-Adresse und Browserkennung ist pseudonym, nicht anonym. In
die Datenschutzerklärung gehören deshalb das eingesetzte Tool, der
Zweck, die Rechtsgrundlage (meist das berechtigte Interesse nach
Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO), die Kennung und wie lange sie gilt,
die erfassten Ereignisse, der Speicherort und wie Besucher
widersprechen können. Umami beachtet die Browser-Einstellung
"Do Not Track", wenn ihr das im Skript einschaltet. Das ist der
einfachste Widerspruchsweg.

Beim Consent-Banner geht es um Paragraf 25 TDDDG, vielen noch als
TTDSG bekannt: Einwilligung braucht, wer Informationen auf dem
Endgerät speichert oder ausliest. Umami speichert nichts. Es liest
aber etwas aus: Das Skript fragt Bildschirmauflösung und
Browsersprache ab und schickt beides mit. Die Datenschutzkonferenz
der Aufsichtsbehörden wertet es in ihrer Orientierungshilfe für
digitale Dienste als Zugriff, wenn ein Skript Eigenschaften des
Endgeräts ausliest und an einen Server überträgt. Der
Branchenverband Bitkom hält dagegen, dass solche Werte ohnehin für
die Darstellung der Seite gebraucht werden. Eine
höchstrichterliche Entscheidung speziell dazu kennen wir nicht.
Wir setzen Umami ohne Banner ein, wie es in der Praxis verbreitet
ist, und kennen dieses Restrisiko. Lasst euer konkretes Setup im
Zweifel prüfen.

Selbst gehostet bleibt die Datenhoheit komplett im Haus. Bei der
Cloud-Variante kommt ein Auftragsverarbeitungsvertrag dazu, mehr
dazu in den FAQ am Ende.

### Ist Umami wirklich ohne Consent-Banner erlaubt?

Für die reine Analyse mit Umami in der Standardkonfiguration braucht ihr nach unserer Einschätzung kein Banner: Umami setzt keine Cookies, speichert nichts im Browser, und die Analyse lässt sich auf das berechtigte Interesse stützen. Das ist die in der Branche verbreitete Lesart, aber kein Rechtsrat. Eine Grauzone bleibt, weil das Skript Bildschirmauflösung und Browsersprache ausliest und die Aufsichtsbehörden solches Auslesen als Zugriff nach § 25 TDDDG werten. Setzt ihr daneben weitere Dienste ein, etwa Werbe-Pixel oder eingebettete Videos, kann ein Banner aus anderen Gründen nötig bleiben.

### Was passiert mit den historischen GA4-Daten?

Sie bleiben in GA4 erhalten, solange das Property besteht, lassen sich aber nicht nach Umami importieren. Unsere Empfehlung: Exportiert die wichtigsten Jahresberichte als Tabellen, bevor ihr das Property stilllegt, und akzeptiert einen Schnitt in der Zeitreihe. Wegen des Consent-Verlusts waren die alten Zahlen ohnehin nicht mit den neuen vergleichbar.

### Brauchen wir einen AVV?

Beim Self-Hosting auf eigener Infrastruktur nicht, denn es gibt keinen externen Auftragsverarbeiter; den Vertrag mit dem Hoster des Servers habt ihr in der Regel schon. Bei Umami Cloud oder beim Betrieb durch eine Agentur gehört ein Auftragsverarbeitungsvertrag dazu. Das ist Standardpapierkram und kein Projektrisiko.

### Funktioniert Umami mit Drupal?

Ja. Umami wird über ein einzelnes Script eingebunden, das in jedes CMS passt; für Drupal gibt es zusätzlich ein fertiges Modul. Events ergänzt ihr über Daten-Attribute direkt in Templates oder Komponenten. Kuriosum am Rande: Die offizielle Drupal-Demo heißt ebenfalls Umami. Beide haben nichts miteinander zu tun.

## Der Wechsel in der Praxis: drei Schritte

1. **Parallelbetrieb (1 bis 2 Monate).** Neues Tool zusätzlich zum
   alten einbinden und Zahlen vergleichen. Erwartet deutlich
   höhere Besucherzahlen im cookielosen Tool; das ist der
   Consent-Verlust, der vorher unsichtbar war.
2. **KPIs und Events definieren.** Conversion-Ziele (Formulare,
   Anrufe, Downloads) als Events anlegen. Das ist die Gelegenheit,
   Alt-Metriken zu streichen, die niemand liest.
3. **Altes Tool abschalten und Datenschutzerklärung aktualisieren.**
   Sie beschreibt die Besucherkennung, die erfassten Ereignisse und
   den Widerspruchsweg. Erst danach das Consent-Banner anpassen
   oder entfernen.

Aufwand in unseren Projekten: wenige Personentage, abhängig von der
Zahl der Events. Wenn ihr wissen wollt, ob sich der Wechsel für
eure Website rechnet, schauen wir uns euer aktuelles Setup im
Rahmen des Zukunfts-Checks an.
