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title: "DSGVO-konforme KI: So setzt ihr KI rechtssicher ein"
lang: de
type: knowledge
canonical: https://www.arocom.de/wissen/ki/dsgvo-konforme-ki
alternate: https://www.arocom.de/en/knowledge/ai/gdpr-compliant-ai
author: "Axel Roth"
published: 2026-07-24
last_updated: 2026-10-31
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# DSGVO-konforme KI: So setzt ihr KI rechtssicher ein

KI-Tools verarbeiten oft personenbezogene Daten, damit gelten DSGVO
und ab August 2026 zusätzlich die Transparenzpflichten des EU AI Act.
Vier Fragen entscheiden über die Rechtssicherheit: Gibt es einen
Auftragsverarbeitungsvertrag, wo liegen die Server, werden Eingaben
für Training genutzt, und wer kontrolliert die Zugriffe?
Consumer-Accounts fallen fast immer durch, Business-Tarife und API-Zugänge
der großen Anbieter bestehen den Test. arocom zeigt die Kriterien
und ordnet die gängigen Tools ein.

## DSGVO-konforme KI-Nutzung im Unternehmen

In den meisten Unternehmen wird längst mit KI gearbeitet, die
Frage ist nur, ob offiziell oder als [Schatten-KI](https://www.arocom.de/wissen/ki/schatten-ki)
auf privaten Accounts. Genau da beginnt das Datenschutzproblem: Wer
Kundendaten in einen Consumer-Chatbot kopiert, gibt sie ohne
Auftragsverarbeitungsvertrag an einen Dritten weiter, oft mit
Trainingsfreigabe. Ob die Verarbeitung als solche rechtmäßig ist,
richtet sich nach Art. 6 DSGVO und lässt sich im Einzelfall
begründen. Der fehlende Vertrag nach Art. 28 bleibt trotzdem ein
Verstoß. Praktisch heißt das: privater Account raus, Business-Tarif
mit AVV rein.

Die Lösung ist nicht das Verbot, sondern der geordnete Einsatz.
Dieser Artikel zeigt die vier Kernfragen, den Zeitplan des
EU AI Act und welche Tools die Anforderungen erfüllen. Er
ersetzt keine Rechtsberatung, gibt aber die Struktur für das
Gespräch mit eurem Datenschutzbeauftragten.

## Die vier Kernfragen vor jedem KI-Einsatz

**1. Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)?**
Sobald ein KI-Dienst personenbezogene Daten verarbeitet, braucht
es einen AVV nach Art. 28 DSGVO. Consumer-Angebote bieten keinen,
Business-Tarife und API-Zugänge der großen Anbieter schon.

**2. Wo werden die Daten verarbeitet?**
Fragt getrennt nach Speicherung und Verarbeitung, das ist nicht
dasselbe. OpenAI bietet EU-Datenresidenz für Enterprise-Tarife an,
bei Anthropic führt der EU-Weg über AWS Bedrock in Frankfurt, womit
sich der Vertragspartner ändert. [Mistral](https://www.arocom.de/wissen/ki/mistral)
verarbeitet standardmäßig in Europa. Bei US-Anbietern bleibt der US CLOUD Act
als Restrisiko, das ihr bewerten und dokumentieren müsst.

**3. Werden Eingaben für Modelltraining genutzt?**
Das K.-o.-Kriterium. Bei Consumer-Diensten ist Training oft
standardmäßig aktiv, bei Business- und API-Zugängen vertraglich
ausgeschlossen. Prüft das schriftlich, nicht per Werbeversprechen.

**4. Wer kontrolliert Zugriffe und Nutzung?**
SSO, Rechteverwaltung und Audit-Logs machen KI-Nutzung
nachvollziehbar. Ohne zentrale Verwaltung entsteht Schatten-KI,
und die Nachweispflichten der DSGVO laufen ins Leere.

![Entscheidungsbaum: DSGVO-konforme KI-Nutzung prüfen](https://www.arocom.de/images/screenshots/wissen/ki/dsgvo-konforme-ki.webp)

*Die vier Kernfragen als Entscheidungsbaum.*

Download: Prüfleitfaden KI-Plattform (auf der Seite: https://www.arocom.de/wissen/ki/dsgvo-konforme-ki)

24 Prüffragen in sechs Achsen, mit Befundbogen. Herstellerneutral.

## EU AI Act: Was ab August 2026 dazukommt

Die DSGVO bleibt, der AI Act kommt dazu. Beide Regelwerke
gelten nebeneinander. Der Zeitplan in Kurzform:

- **Seit Februar 2025:** Verbotene KI-Praktiken sind untersagt,
  und Art. 4 verlangt KI-Kompetenz. Adressat sind Anbieter und
  Betreiber, also die Organisation, nicht die einzelne Person. Sie
  muss nach besten Kräften dafür sorgen, dass ihre Beschäftigten und alle,
  die in ihrem Auftrag arbeiten, mit KI umgehen können. Das
  betrifft auch Marketing, HR und Vertrieb.
- **Seit August 2025:** Pflichten für Anbieter von
  General-Purpose-Modellen (GPAI).
- **Ab 2. August 2026:** Der AI Act wird allgemein anwendbar.
  Praktisch relevant sind die Transparenzpflichten: Chatbots
  müssen sich als KI zu erkennen geben, KI-generierte Inhalte
  müssen maschinenlesbar gekennzeichnet sein. Bußgelder werden
  durchsetzbar, bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des
  Weltumsatzes.
- **Ab 2. Dezember 2027 und 2. August 2028:** die
  Hochrisiko-Pflichten. Der Digital-Omnibus zur KI, Verordnung
  (EU) 2026/1744 vom 8. Juli 2026, in Kraft seit dem 27. Juli
  2026, hat sie über Artikel 113 verschoben: Anhang III auf den
  2. Dezember 2027, Anhang I auf den 2. August 2028. Die
  Transparenzpflichten ab August 2026 bleiben davon unberührt.
  Quelle: Amtsblatt L, 2026/1744 vom 24.07.2026, abgerufen am
  10.08.2026.

Wichtig für die Praxis: Als nutzendes Unternehmen könnt ihr die
Compliance nicht komplett an den Tool-Anbieter delegieren. Die
Verantwortung für Einsatzbereich, Schulung und Transparenz
gegenüber Kunden bleibt bei euch. Eine Einordnung für den
Mittelstand gibt unser Beitrag zum
[EU AI Act](https://www.arocom.de/blog/eu-ai-act-mittelstand).

## Welche Tools die Anforderungen erfüllen

| Tool | AVV | EU-Verarbeitung | Kein Training | Zentrale Verwaltung |
|---|---|---|---|---|
| ChatGPT (privat) | Nein | Nein | Opt-out nötig | Nein |
| OpenAI/Anthropic API | Ja | Teilweise, je nach Anbieter und Weg | Ja | Über eigene Integration |
| [Langdock](https://www.arocom.de/wissen/ki/langdock) | Ja | Teilweise, EU-Modelle wählbar | Ja | Ja (SSO, Audit-Logs) |
| [Mistral](https://www.arocom.de/wissen/ki/mistral) | Ja | Ja (EU-Anbieter) | Ja | Je nach Tarif |

Das Muster ist deutlich: Consumer-Zugänge fallen durch,
Unternehmens-Tarife und API-Integrationen bestehen bei Vertrag,
Training und Verwaltung. Der Unterschied liegt nicht im Modell,
sondern im Vertrags- und Betriebsmodell drumherum. Die
[Prüfung vor dem Rollout](https://www.arocom.de/leistungen/langdock) und die Einführung
danach übernimmt arocom.

Bei der EU-Verarbeitung lohnt der zweite Blick. Speicherung und
Inferenz sind zwei verschiedene Dinge: Ein Anbieter kann eure
Daten in der EU ablegen und die Anfrage trotzdem auf einem Server
außerhalb rechnen lassen. Das betrifft mehrere der Einträge oben
und lässt sich meist über die Modellauswahl steuern. Fragt danach
ausdrücklich, ein pauschales "EU-Hosting" im Werbetext beantwortet
die Frage nicht.

Für die eigene Plattform gilt dasselbe Prinzip: Wer KI über die
[Anthropic-](https://www.arocom.de/wissen/ki/claude) oder OpenAI-API in die eigene
Website integriert, kontrolliert Datenfluss, Speicherung und
Protokollierung selbst und kann die DSGVO-Konformität
technisch erzwingen statt vertraglich hoffen.

## Umsetzung: Vom Verbot zur geregelten Nutzung

Der pragmatische Weg in vier Schritten:

1. **Bestandsaufnahme:** Welche KI-Tools sind im Einsatz,
   offiziell und inoffiziell?
2. **Tool-Entscheidung:** Ein freigegebenes Werkzeug mit AVV,
   EU-Verarbeitung und zentraler Verwaltung statt zehn
   geduldeter Einzellösungen.
3. **Regeln und Schulung:** Was darf eingegeben werden, was
   nicht? Die Schulung erfüllt zugleich die
   KI-Kompetenz-Pflicht aus Art. 4 AI Act.
4. **Dokumentation:** Verarbeitungsverzeichnis ergänzen, bei
   sensiblen Anwendungen eine Datenschutz-Folgenabschätzung
   durchführen.

Bei KI-Funktionen in der eigenen Plattform übernimmt arocom
die technische Seite: [KI-Integration](https://www.arocom.de/leistungen/ki-integration)
mit kontrolliertem Datenfluss, EU-Hosting und sauberer
Protokollierung.

**KI rechtssicher in eure Plattform bringen?**

arocom integriert KI-Funktionen DSGVO-konform in Drupal, mit
EU-Hosting und kontrolliertem Datenfluss. Schreibt uns für ein
unverbindliches Gespräch.

- [KI-Beratung anfragen](https://www.arocom.de/kontakt)

### Ist ChatGPT DSGVO-konform?

Die private Version nicht ohne Weiteres, es fehlen AVV und zentrale Kontrolle, und Eingaben können für Training genutzt werden. Die geschäftlichen Tarife und der API-Zugang bieten AVV, Trainingsausschluss und EU-Optionen. Entscheidend ist also der Zugangsweg, nicht das Modell.

### Brauchen wir einen AVV für KI-Tools?

Ja, sobald das Tool personenbezogene Daten verarbeitet, verlangt Art. 28 DSGVO einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Ohne AVV ist die Nutzung mit Kundendaten, Bewerberdaten oder Mitarbeiterdaten nicht zulässig.

### Was ändert der EU AI Act ab August 2026?

Der AI Act wird allgemein anwendbar. Praktisch relevant sind Transparenzpflichten (Chatbots müssen sich als KI zu erkennen geben, KI-Inhalte müssen gekennzeichnet sein) und durchsetzbare Bußgelder. Die KI-Kompetenz-Pflicht aus Art. 4 gilt bereits seit Februar 2025. Die DSGVO gilt unverändert daneben.

### Dürfen Mitarbeitende private KI-Accounts beruflich nutzen?

Mit personenbezogenen oder vertraulichen Daten nicht. Es fehlen AVV, Kontrolle und meist der Trainingsausschluss. Der bessere Weg ist ein freigegebenes Unternehmens-Tool mit klaren Eingaberegeln, sonst entsteht Schatten-KI.

### Was ist eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA)?

Eine strukturierte Risikobewertung nach Art. 35 DSGVO, nötig bei voraussichtlich hohem Risiko für Betroffene. Bei KI-Einsatz mit sensiblen Daten oder automatisierten Entscheidungen ist sie regelmäßig erforderlich. Der AI Act ersetzt sie nicht.

### Reicht EU-Hosting für DSGVO-Konformität?

Nein, es ist eine von vier Bedingungen. Dazu kommen AVV, vertraglicher Trainingsausschluss und kontrollierte Zugriffe. Bei US-Anbietern bleibt zudem der CLOUD Act als Restrisiko, das dokumentiert bewertet werden muss.

## Weiterlesen

- [Langdock](https://www.arocom.de/wissen/ki/langdock): Multi-Modell-Plattform mit AVV, Grenzen im Detail
- [Mistral AI](https://www.arocom.de/wissen/ki/mistral): Der europäische KI-Anbieter
- [Claude von Anthropic](https://www.arocom.de/wissen/ki/claude): DSGVO-konforme API-Nutzung
- [KI-Anbieter im Vergleich](https://www.arocom.de/wissen/ki/openai): GPT, Claude, Gemini im Detail
- [KI-Integration als Leistung](https://www.arocom.de/leistungen/ki-integration): Was arocom konkret anbietet

## Externe Ressourcen

- [EU AI Act im Amtsblatt](https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/1689/oj): Verordnung (EU) 2024/1689 im Volltext
- [AI Act Explorer](https://artificialintelligenceact.eu/): Aufbereiteter Volltext mit Zeitplan
- [Datenschutzkonferenz](https://www.datenschutzkonferenz-online.de/): Orientierungshilfen der Aufsichtsbehörden
- [arocon](https://arocon.eu): Beratungsmarke der arocom-Familie
