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Joe Klein

Als momentaner Schüler am Berufskolleg der Schule für Farbe und Gestaltung in Stuttgart-Feuerbach, habe ich die Hoffnung nach meinem Abschluss ein Informatikstudium zu beginnen.

Da kam es mir ganz gelegen, dass ein zwei wöchiges Praktikum bei uns versetzungsrelevant ist. Während unserer Vorbereitungszeit in der Schule wusste ich bereits, dass ich etwas im Bereich der Webentwicklung erleben möchte. Von Bekannten hatte ich allerdings gehört, dass Aufgaben und Lerneffekte für Schulpraktikanten leider wenig sinnstiftend ausfallen können. Dementsprechend ging ich mit geringen Erwartungen zum ersten Tag meines Praktikum.

Durch Zufall fand ich aber die Internetagentur arocom, griff zum Telefon und versuchte mein Glück, mit Erfolg! Im Folgenden berichte ich über meine Erfahrungen im Praktikum. Viel Spaß beim Lesen.

Meine Zeit bei arocom

Da stand ich nun, vor diesem Whiteboard mit der Aufgabe Schiffe und Passagiere mit allen ihren benötigten Eigenschaften und Verbindungen logisch zu skizzieren. Von so etwas wie einem Entity-Relationship-Modell (ERM) habe ich zuvor noch nie gehört, geschweige denn jemals eine Planung für eines meiner Privatprojekte durchgeführt. Bereits zu diesem Zeitpunkt war mir klar, dass ich nicht als Küchenhilfe eingeplant war, sondern es informative und spannende zwei Wochen werden sollten.

Zu Beginn war ich sehr unsicher. Von Drupal hatte ich selbstverständlich schon gehört, drupal.org hatte ich sogar ein paar mal flüchtig besucht, doch damit gearbeitet? Fehlanzeige. Nun sollte ich meine zuvor erarbeitete Planung in die Tat umsetzen und es ermöglichen, Passagiere und Schiffe anzulegen, mit den jewiligen Eigenschaften wie z.B. Farbe, Alter, etc.. 

Mit etwas Hilfe und Wegweisung von den Teammitgliedern von arocom gelang mir diese Aufgabe auch und mein Verlangen nach mehr war geweckt. Ich wollte auf einmal alles lernen, und das am Besten gestern.

Das Team

Im Laufe meines Praktikums lernte ich die meisten Kollegen von arocom kennen und eines lässt sich sagen: So unterschiedliche jedes Mitglied auch sein mag, eines haben Sie gemeinsam: Den Spaß miteinander zu arbeiten, eine Vorliebe für Drupal und ein faszinierend starkes Fachwissen.

So konnte ich einen Einblick in das Arbeitsfeld eines jeden Einzelnen erzielen und lernte Sachen, von denen ich zuvor keinerlei Ahnung hatte. Beispiele hierfür wären:

  • Das Arbeiten mit Drupal
  • Die Stärke von Git
  • Arbeiten mit Linux
  • Die Funktionsweise und Wichtigkeit von SEO
  • Verschiedene Konventionen
  • Das Arbeiten mit Tools wie Compass (SASS)
  • Und vieles mehr

Das Paretoprinzip

Drupal bietet einem unglaublich viele Grundfunktionen und erleichtert einem folglich das Arbeiten. Jedoch um etwas qualitatives zu erschaffen, ist viel Fachwissen und Zeit von Nöten. So wurde mir auch erklärt, dass man in kurzer Zeit schon viel erreichen kann, jedoch den Rest zu optimieren und funktionsfähig zu gestalten um einiges mehr Zeit benötigt. Dies sollte ich auch später bei meinem eigenen Modul herausfinden.

Arbeiten mit Drupal

Als eine Person, die eigentlich mit C und C++ arbeitet, fiel mir der Umstieg auf PHP kurz vor meinem Praktikum nicht unbedingt schwer. Jedoch wurde mir sehr schnell klar, dass es ein Thema gab, welches ich viel mehr hätte beachten müssen. Arrays! Überall in Drupal findet man Arrays, sei es zum einstellen von Eigenschaften oder als Rückgabewert. Wie mächtig Arrays sind und wie geschickt man diese verwenden kann, hätte ich niemals gedacht.

Schnell habe ich auch Freude daran gefunden, diese zu verwenden und ertappte mich selbst dabei, wie ich eigene Anwendungsmöglichkeiten von Arrays in mein Modul implementierte.

Funktionen, welche einen als Entwickler früher viel Zeit gekostet haben, werden von Drupal bereits mit dem Core gestellt. So ist es möglich sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und sich nicht mit nervigen Grundfunktionen auseinanderzusetzen. Das wohl Beste an Drupal ist jedoch diese riesen Community mit ihren tausenden Mitgliedern und bereits vorhandenen Contrib Modulen. Möchte man etwas bestimmtes machen, so schaut man schnell auf Drupal.org, ob es bereits ein Modul für diese Problematik gibt. Dieses kann man dann in sein eigenes Projekt mit einbeziehen. Einfach genial!

Mein eigenes Modul

Durch die Hilfe und Wegweisung der Mitarbeiter bei arocom gelang es mir, in meinen zwei Wochen als Praktikant bereits am vierten Tag mein eigenes Modul in die Sandbox von Drupal.org zu laden. Das unglaublich fundierte Wissen der Kollegen und das angenehme Arbeitsklima ermöglichten ein konzentriertes und unangestrengtes Lernen, über den ganzen Tag! Und wenn ich mal eine Frage hatte wurde mir sofort geholfen. Auch Fragen, welche über Drupal hinaus gingen, wie das richtige Verwenden von Git oder gar Firmenmanagement-relevante Fragen wurden beantwortet.

Fazit

Es waren zwei Wochen für das Praktikum geplant, angefühlt hat es sich aber eher wie ein paar wenige Tage. Die Zeit verflog und rückblickend war es ein gigantischer Spaß. Ich habe sehr viel gelernt, eine Vorliebe für Drupal entwickelt und mit einer sympathischen Gruppe von Entwicklern zusammengearbeitet. Da wurde auch die tägliche Fahrt von fast zwei Stunden irrelevant.

Nun beginnen meine Sommerferien und ich weiß schon ganz genau, wie ich die kommenden Wochen nutzen werde.