Inhaltsverzeichnis
- Was ist Webtracking?
- Wie funktioniert Webtracking?
- Welche Aufgabe übernehmen Webtracking Tools?
- Webtracking Tools - Übersicht
Wenn Sie eine Webseite betreiben, sei es eine Corporate Website, die Ihr Unternehmen darstellt, oder ein Shop, mit welchem Sie Umsätze generieren, werden Sie um die Erfolgsmessung nicht herumkommen. Wichtige KPIs für Webseitenbetreiber sind z. B. Traffic und Conversion. Traffic bedeutet Besucher auf Ihrer Webseite, Conversion ist, wenn Besucher zu Kunden geworden sind. Mit Webtracking-Tools können Sie diese und weitere KPIs messen und für Ihre Marketing-Strategie nutzen, etwa um den ROI Ihrer Online-Marketing-Maßnahmen zu berechnen.
Dies gilt nicht nur für den B2C-Bereich, in dem sich nach wie vor ein Großteil der Kunden vor dem Kauf online informiert. Auch im B2B-Bereich nutzen Entscheider intensiv digitale Kanäle. Hier setzt Webtracking an: Mit Webtracking-Tools können Sie analysieren, wer wie mit Ihrer Webseite interagiert, und entsprechende Maßnahmen ableiten, um Ihre Conversion Rate zu steigern.
Neu hinzugekommen in den letzten Jahren: Durch strengere Datenschutzgesetze, den Wegfall von Third-Party-Cookies (2024/25) und neue Technologien wie serverseitiges Tracking stehen Unternehmen heute vor der Herausforderung, Transparenz und Datenschutz mit aussagekräftiger Analyse zu verbinden.
Was ist Webtracking?
Webtracking ist die Sammlung und Analyse von Besucherdaten und deren Interaktionen auf einer Webseite. Anhand dieser Informationen lassen sich mehrere Aussagen treffen:
- Wer sind meine Besucher und sind diese auch meine Wunsch-Zielgruppe?
- Welche Inhalte sind besonders interessant, welche nicht – und wie kann ich das zur Umsatzsteigerung verändern?
- Gibt es mögliche Usability-Probleme oder technische Fehler, die behoben werden müssen?
Werden die gewonnenen Informationen in die Marketing-Strategie integriert, kann der Einsatz von Webtracking helfen, eine Webseite zu optimieren und Unternehmenserfolge zu generieren.
Wie funktioniert Webtracking?
Aktuell genutzte Verfahren sind:
- Cookies (weiterhin verbreitet, aber durch Browser-Einschränkungen und DSGVO nur mit Zustimmung erlaubt).
- Fingerprint-Tracking (technisch möglich, aber datenschutzrechtlich kritisch).
- Logfile-Analyse (nach wie vor nützlich, auch unabhängig von Cookies).
- Server-Side Tracking (seit 2023/24 stark im Kommen, da Browser Tracking-Skripte blockieren und Third-Party-Cookies verschwinden).
👉 Wichtig: Die Datenschutzkonformität steht heute im Vordergrund. Daten dürfen nur mit klarer Zweckbindung erhoben und verarbeitet werden, Consent-Management ist Pflicht.
Die Erhebung, Speicherung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten ist grundsätzlich verboten, es sei denn, es liegt eine Erlaubnis vor, indem der Betroffene einwilligt oder eine Rechtsschrift dies erlaubt. Die Daten, die Sie erheben, müssen an einen Zweck gebunden sein und auch nur erhoben werden, wenn Sie diese für diesen Zweck benötigen.
Wenn Sie einen Newsletter anbieten, wird der Name beispielsweise nicht benötigt und darf nicht erhoben werden. Sie sind außerdem verpflichtet, für die Sicherheit der Daten zu sorgen. (Ganzen Artikel lesen)
Welche Aufgabe übernehmen Webtracking-Tools?
Webtracking-Tools machen Daten verständlich und kombinieren sie mit weiteren Quellen, um eine fundierte Analyse zu ermöglichen. Moderne Tools bieten zusätzlich:
- Dashboards mit Echtzeit-Analysen
- Schnittstellen zu Marketing- und CRM-Systemen
- DSGVO-konforme Hosting-Optionen
- Unterstützung von First-Party-Tracking und Consent-Management
Webtracking Tools - Übersicht
Adobe Analytics
Weiterhin ein Marktführer für Enterprise-Webanalyse, mit starker Attribution, KI-gestützten Prognosen und flexiblen Integrationen. Lizenzmodelle (Select, Prime, Ultimate) müssen weiterhin individuell angefragt werden.
👉 Mehr zu Adobe Analytics
AT Internet (heute Teil von Piano Analytics)
Das französische Unternehmen AT Internet bietet neben der Erfassung der wichtigsten KPIs Echtzeit-Segmentierung, ein Tag-Management-System sowie Data-Mining-Lösungen, durch die Daten über verschiedene Schnittstellen mit anderen Diensten verbunden werden können.
AT Internet ist seit 2021 Teil von Piano. Piano Analytics kombiniert klassische Webanalyse mit Customer-Journey-Analysen und ist für Datenschutzkonformität bekannt. Preise auf Anfrage.
👉 Mehr zu Piano Analytics
Econda
Econda ist spezialisiert auf E-Commerce und kann den genauen Kundenwert über die RFM-Methode generieren. Das Tool ist vielseitig, was eigene Plugins angeht, sodass Nutzer ihr Tracking-Tool nach ihren Bedarfen zusammenbauen können, z. B. "Marketplace Revenue" für die Bündelung aller Umsätze auf verschiedenen Online-Marktplätzen. Das Unternehmen bietet neben der Software auch Schulungen, Beratung und Workshops an. Für Preise und Konditionen müssen Sie sich an einen Vertriebler wenden.
Bleibt eine führende Lösung für E-Commerce, besonders stark bei Kundenwertanalysen und Marktplatztracking. Individuelle Preise.
👉 Mehr zu Econda
etracker
Das deutsche Unternehmen etracker bietet Webtracking vor allem für Shop-Besitzer. Das Tool bietet Schnittstellen zu allen gängigen Content Management Systemen wie Drupal, WordPress, aber auch zu Google AdWords oder Shopware. Zu den Funktionen zählen Web Analytics, App Analytics und UX Analytics. etracker bietet eine Testversion für 30 Tage inklusive Telefonsupport an.
etracker ist bekannt für DSGVO-Konformität und Hosting in Deutschland. Lizenzen ab ca. 19 €/Monat.
👉 Testaccount starten
Google Analytics GA4
Google Analytics dürfte das bekannteste Webtracking Tool sein und es ist dazu in seiner Basis-Version kostenlos. Analytics lässt sich mit Google Search Console und dem Google Tag Manager verbinden und bietet selbst einige Schnittstellen für Drittanbieter. Das Tracking-Tool bietet Einblicke in die Zielgruppe, den Nutzerfluss, die Besucherquellen, das Besucherverhalten und - sofern vorher festgelegt - Informationen über Conversions. Dies ist vor allem bei der gemeinsamen Nutzung mit Google AdWords sinnvoll. Tipp: Mit Google Datastudio können Sie Daten von verschiedensten Quellen, auch Drittanbietern, akkumulieren und visuell ansprechend darstellen.
Universal Analytics wurde 2023 eingestellt. GA4 ist nun Standard und basiert auf einem ereignisgesteuerten Datenmodell. Vorteile: kostenlose Basisversion, Integration mit Google-Diensten. Nachteile: komplexere Einrichtung, eingeschränkte Vergleichbarkeit zu früheren Daten.
👉 Mehr zu Google Analytics 4
MATOMO // Piwik PRO
Piwik gibt es ebenfalls in einer kostenlosen und einer kostenpflichtigen Pro-Version. Seit Januar 2018 heißt die kostenlose Version jedoch Matomo, ist inhaltlich aber noch dasselbe Produkt. Die Pro-Version bietet Unternehmen an, die Customer Journey darzustellen, Custom Reports in kurzer Zeit zu erstellen und sogar Intranet Analysen anzustellen. Das Tool ist DSGVO-konform, jedoch lässt der Anbieter sich preislich nicht so leicht in die Karten schauen. Hier muss der Vertrieb kontaktiert werden.
Eine Demo können Sie hier vereinbaren: https://piwikpro.de/demo-vereinbaren/
Neue Tools & Alternativen
- Plausible Analytics – Leichtgewichtig, datenschutzfreundlich, ab ca. 9 €/Monat.
- Fathom Analytics – Einfaches Interface, starke Privacy-Features.
- Simple Analytics – Fokus auf DSGVO-Konformität, keine Cookies.
Umami – Open Source, selbst hostbar, privacy-first.
FAZIT
Der Markt für Webtracking hat sich stark verändert: Datenschutz, Transparenz und technologische Entwicklungen wie das Ende der Third-Party-Cookies machen neue Strategien notwendig. Während etablierte Anbieter wie Adobe, Piano oder Google Analytics mit umfassenden Integrationen punkten, gewinnen schlanke, datenschutzfreundliche Alternativen wie Matomo, Plausible oder Fathom an Bedeutung.
👉 Unternehmen sollten heute genau prüfen, welche rechtlichen Anforderungen und Datenstrategien sie haben – und darauf basierend das passende Tool auswählen.