Roboterhand greift in ein digitales Netz vor blauem Hintergrund — Langdock: Funktionen, Preise und Grenzen im Überblick

Langdock: KI-Plattform für Unternehmen im Überblick

Mitarbeitende wollen mit KI arbeiten, und die IT-Abteilung bremst, weil Zugänge für Privatpersonen keinen Vertrag mitbringen und Schatten-KI auf Privatkonten erst recht nicht. Genau diese Lücke füllt Langdock: Es macht die großen Sprachmodelle für die ganze Organisation nutzbar, über einen gemeinsamen Zugang statt vieler einzelner.

Dieser Beitrag beschreibt, was die Plattform kann, was sie kostet, wo die Daten liegen und wo ihre Grenzen sind. Preise, Betriebsmodelle und Vertragsklauseln stammen von Langdocks eigenen Seiten, abgerufen am 7. August 2026, sofern im Satz kein anderes Datum steht. Andere Quellen sind jeweils im Satz genannt. Wie sich die Kategorie insgesamt sortiert, steht im Beitrag zu KI-Plattformen.

Was Langdock ist

Langdock ist eine Software, über die alle Beschäftigten einer Organisation mit den großen KI-Modellen arbeiten können, und zwar über einen gemeinsamen Firmenzugang statt über private Konten. Ein eigenes Modell trainiert der Hersteller nicht. Stattdessen bündelt die Plattform die Modelle von sechs Anbietern in einer Oberfläche: OpenAI (GPT), Anthropic (Claude), Google (Gemini), Meta (Llama), Mistral und DeepSeek. Erscheint eine neue Modellgeneration, steht sie ohne Plattformwechsel bereit und wird von der Administration freigeschaltet.

Für die Organisation heißt das: ein Vertrag, eine Rechnung, eine Nutzerverwaltung, und die Wahl des Modells bleibt jederzeit offen.

Das Unternehmen dahinter

Sitz
Berlin, Amtsgericht Charlottenburg HRB 254499 B
Gegründet
2023 von Lennard Schmidt, Jonas Beisswenger und Tobias Kemkes, im selben Jahr Teilnahme am Y-Combinator-Programm
Geschäftsführung
seit September 2026 mit Judith Dada als Co-CEO, vorgestellt im Juni 2026
Finanzierung
3,5 Mio. USD dokumentiert
Eigentümer
Langdock Inc., Delaware, siehe Grenzen und Risiken
Langdock: KI-Plattform für Unternehmen
langdock.com mit dem Produktüberblick der Plattform.

Was Langdock im Alltag leistet

Langdock übernimmt die Aufgaben, für die Beschäftigte sonst ein privates Chatfenster öffnen würden. Der Vertrieb zieht aus einer Ausschreibung die Anforderungen und den Abgabetermin heraus und lässt sich ein Angebotsgerüst entwerfen, das Marketing bringt einen Text ins Firmen-Wording und schneidet ihn für mehrere Kanäle zu, der Support beantwortet eine wiederkehrende Kundenfrage aus den eigenen Handbüchern und bekommt die Fundstelle dazu, und die Personalabteilung sortiert die Freitextantworten einer Mitarbeiterbefragung nach Themen.

Jedes dieser Beispiele hat einen klaren Eingang und eine klare Ergebnisform, und keines entsteht von allein. Eine Einführung scheitert selten an der Technik, sondern meistens daran, dass niemand solche Anwendungsfälle benennt.

Technisch stehen dahinter fünf Module: ein Chat mit Modellwahl und Datei-Upload, Agenten mit eigener Wissensbasis und Aktionen über Konnektoren oder das Model Context Protocol, die Wissensfunktion als RAG-System, Integrationen und eine API.

Was die Workflow-Funktion nicht ist

Sie orchestriert mehrstufige KI-Verarbeitung innerhalb der Plattform, ersetzt aber keine allgemeine Automatisierungssoftware. Das Verzeichnis von n8n führt rund dreimal so viele Aktionen. Wichtiger als die Menge ist allerdings, was einen Ablauf überhaupt startet: Auf Ereignisse im Fremdsystem reagieren nur acht Anwendungen, für Google Sheets, Asana oder monday.com verweist die Dokumentation auf einen zeitgesteuerten Start. Dazu kommen ein Auslöser je Ablauf, ein Limit von 2.000 Schritten pro Lauf und keine dokumentierten automatischen Wiederholversuche. Wer Fachsysteme dauerhaft miteinander verbinden will, braucht deshalb daneben ein anderes Werkzeug.

Wie sich das in der Oberfläche anfühlt, zeigt Langdock am besten selbst:

Langdocks eigener Produktüberblick (englisch, 4 Minuten, Stand Januar 2026)

Langdocks eigener Produktüberblick (englisch, 4 Minuten, Stand Januar 2026)

Was Langdock kostet

Alle Beträge sind Angaben des Herstellers. Sie stehen hier als Sachinformation über das Produkt, nicht als Empfehlung und nicht als Kalkulation von arocom.

TarifPreis je Nutzer/MonatBedingungen
Trialkostenlos7 Tage, ohne Kreditkarte, 5 EUR Guthaben
Business Standard25,00 EUR zzgl. MwSt.bis 1.000 Nutzer, SSO und SCIM
Business Max99,00 EUR zzgl. MwSt.fünffaches Kontingent
Enterpriseindividuellab 1.000 Nutzern

Bei jährlicher Abrechnung gewährt Langdock 20 % Rabatt, unabhängig von der Größe. Die Abrechnungsdokumentation nennt außerdem vier Volumenstaffeln (1 bis 50, 51 bis 250, 251 bis 550 und darüber), allerdings ohne die zugehörigen Prozentsätze.

Dazu kommen zwei Add-ons. Workflows sind mit 2.500 Läufen enthalten, darüber kosten 40.000 Läufe 539 EUR und 100.000 Läufe 1.199 EUR pro Monat, jeweils je Workspace und zuzüglich Token-Kosten. Governance ist bis zum 1. Januar 2027 kostenlos und kostet danach 3,50 EUR pro Nutzer und Monat.

Ob sich ein Seat-Preis für die eigene Organisation trägt, entscheidet weniger der Betrag als die Frage, bei wie vielen Beschäftigten Vorgänge wie die oben beschriebenen regelmäßig anfallen. Diese Erhebung gehört vor den Rollout, nicht dahinter.

Vor Vertragsabschluss klären

Langdock begrenzt die Modellnutzung über mehrere Kontingente: ein Sitzungsfenster von fünf Stunden, ein Wochenfenster mit Reset am Montag, ein Fallback-Modell beim Erreichen des Limits und 250 Nachrichten pro drei Stunden. Wie groß die Kontingente je Seat-Typ sind, ist nicht veröffentlicht. Einzelne Rezensionen auf Trustpilot datieren diese Limits auf den 21. April 2026 und geben an, die Umstellung sei ohne Ankündigung nach Vertragsabschluss erfolgt. Wer darauf angewiesen ist, lässt sich die Kontingente deshalb vorab schriftlich bestätigen.

Datenschutz und die EU-Klausel

Im Standardfall teilen sich alle Kunden dieselbe Umgebung und sind nur logisch voneinander getrennt. Betrieben wird sie auf Microsoft Azure mit Servern innerhalb der EU, der Fachbegriff dafür ist Multi-Tenant-SaaS. Eine konkrete Stadt oder Azure-Region nennt Langdock nicht.

Kundendaten werden nicht zum Training verwendet, verschlüsselt wird mit AES-256 und TLS 1.2+, und für die Verwaltung gibt es SAML-SSO, SCIM und Audit-Logs. Für das AVV-Addendum verweist Langdock auf sein Trust Center. Eine namentliche Liste der Unterauftragnehmer war dort am 7. August 2026 nicht öffentlich abrufbar und muss angefordert werden. Bei den Zertifizierungen lohnt der genaue Blick, denn ISO 27001 ist zertifiziert, SOC 2 Type II dagegen auditiert.

Speicherung und Verarbeitung sind zweierlei

Zwei Dinge sind auseinanderzuhalten: wo eine Datei liegt, und wo die Rechenarbeit für eine einzelne Anfrage stattfindet. Für das Zweite steht in den Bedingungen der englische Begriff inference. Die Speicherung formulieren die Nutzungsbedingungen mit Vorbehalt: "The Customer's data is stored on servers located in the European Union, unless otherwise agreed." Für Daten im Ruhezustand wird es enger, auch bei globalen Modellen sind sie "stored exclusively in Langdock's selected data centers within the EU". Für die Rechenarbeit dagegen gilt bei weltweit ausgerollten Modellen: "For these LLMs, the processing of prompts and responses for inference may take place worldwide, including outside the EU". Der Satz "Alle Daten bleiben in der EU" trifft also nicht mehr zu, sobald ein Workspace ein solches Modell freigeschaltet hat. Wer die Zusage braucht, deaktiviert diese Modelle und dokumentiert das in der Prüfung vor dem Rollout.

Was "Private Cloud" voraussetzt

BetriebsmodellVoraussetzung
Multi-Tenant SaaSStandard, keine Mindestgröße
Single-Tenant SaaSEnterprise ab 2.000 Seats
Bring your own cloudEnterprise ab 5.000 Seats
On-PremiseEnterprise ab 5.000 Seats

Für einen Mittelständler bleibt damit in der Praxis nur der Multi-Tenant-Betrieb.

Grenzen und Risiken

Wem das Unternehmen gehört

Die Langdock GmbH gehört laut Gesellschafterliste zu 100 % der Langdock Inc. in Delaware, USA. Recherchiert hat das der Schweizer Rechtsanwalt Martin Steiger im Juni 2026, aufgegriffen haben es Business Insider und Sifted. Für ein Startup aus dem Y-Combinator-Programm ist diese Konstruktion üblich, und Vertragspartner bleibt die GmbH nach deutschem Recht. Steiger sieht darin trotzdem ein Zugriffsrisiko nach dem US CLOUD Act, und ob dessen Kriterien hier greifen, ist juristisch umstritten. Das ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung.

Wie viele Modelle außerhalb der EU rechnen

Eine belastbare Zahl gibt es nicht. Langdock nennt auf der API-Seite über 40 Modelle (Abruf 11. August 2026), auf der Modellseite selbst steht keine Gesamtzahl. Eine Fremdzählung von gewusst-ki.de kam am 4. August 2026 auf 35 gelistete Modelle, davon sieben ohne feste EU-Region. Wer die Frage verbindlich beantwortet haben will, muss sie vor Vertragsabschluss stellen. Die häufig zitierte Angabe "Hosting in Frankfurt" steht jedenfalls auf keiner Langdock-Seite.

Was der EU AI Act zusätzlich verlangt

Das Governance-Add-on liefert ein Agenten-Inventar mit Freigabeprozess und Compliance-Regeln, darunter eine Vorlage für verbotene Praktiken nach Artikel 5 KI-VO. Wer Langdock einsetzt, ist damit Betreiber nach Artikel 3 Nr. 4 und muss zusätzlich KI-Kompetenz nach Artikel 4 sicherstellen, verbindlich seit Februar 2025. Diese Pflicht löst kein Add-on, dafür braucht es eine Schulung.

Für wen es sich nicht rechnet

Sonderkonditionen für Vereine, Verbände, Stiftungen oder Bildungseinrichtungen nennt Langdock nirgends, ein gemeinnütziger Träger zahlt also denselben Listenpreis wie ein Industrieunternehmen.

Unter etwa zehn Zugängen lohnt der Wechsel auf eine Plattform nicht, weil Einzellizenzen dann billiger sind und das Verwaltungsproblem, das eine Plattform löst, bei fünf Personen noch gar nicht auftritt. Das ist unsere Einschätzung, keine Angabe von Langdock.

Wie lange es dauert, bis etwas ankommt

Ein veröffentlichter 90-Tage-Praxistest nennt sechs bis zehn Wochen bis zum spürbaren Nutzen und beschreibt die Einführung als "faktisch ein kleines IT-Projekt, kein Plug-and-Play". Der Verfasser ist selbst im HR-Softwaremarkt tätig, die Zahl ist entsprechend zu lesen. Der Testbericht von Florian Gahn vom Mai 2026 fällt im Ton überwiegend positiv aus und formuliert trotzdem den härtesten Satz zum Thema: "Ohne begleitendes Enablement bleibt das Tool ein teures GPT-Frontend." (Abruf 11. August 2026)

Öffentliche Bewertungen helfen bei der Einschätzung kaum weiter: OMR Reviews führt keine, G2 acht und Trustpilot neun bei 2,3 von 5 Sternen. Bei so wenigen Stimmen sagt kein Durchschnitt etwas aus.

Wann sich Langdock lohnt

Langdock passt, wenn KI als Arbeitswerkzeug für viele Mitarbeitende eingeführt werden soll, mit zentraler Kontrolle und DSGVO-Anforderungen, aber ohne eigenes Entwicklungsteam. Ab etwa zehn Zugängen löst die Plattform ein echtes Verwaltungsproblem. Je kleiner das Haus, desto mehr entscheidet ein klar benannter erster Vorgang und desto weniger die Nutzerzahl, eine Untergrenze nennt Langdock selbst nicht.

Es passt nicht, wenn eine harte Zusage "keine Verarbeitung außerhalb der EU" gefordert ist und die betroffenen Modelle gebraucht werden, oder wenn echte Mandantentrennung verlangt wird.

Der Aufwand steckt dabei weniger in der Lizenz als in der Admin-Konfiguration mit ihren Modellfreigaben und in den Anwendungsfällen, die mit den Fachbereichen erst entstehen müssen. Beides gehört in die Einführungsplanung.

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Was ist Langdock?

Langdock ist eine KI-Plattform der Langdock GmbH in Berlin, die Sprachmodelle von sechs Anbietern in einer Oberfläche bündelt: Chat, Agenten, Wissensfunktion, Workflows und API.

Was kostet Langdock?

Der Hersteller nennt auf langdock.com für Business Standard 25,00 EUR pro Nutzer und Monat zzgl. MwSt. und für Business Max 99,00 EUR, bei Jahreszahlung jeweils 20 % weniger (Abruf 7. August 2026). Das sind Listenpreise des Anbieters; was eine Einführung im eigenen Haus zusätzlich kostet, hängt vom Umfang ab und steht in keiner Preisliste.

Bleiben bei Langdock alle Daten in der EU?

Die Speicherung ja, die Verarbeitung nicht zwingend. Die Nutzungsbedingungen nennen für Daten im Ruhezustand EU-Rechenzentren, erlauben aber für weltweit ausgerollte Modelle, die Rechenarbeit einer Anfrage außerhalb der EU zu erledigen. Für reine EU-Verarbeitung müssen diese Modelle deaktiviert werden.

Ist Langdock DSGVO-konform, und wem gehört das Unternehmen?

Langdock stellt einen AVV, nutzt Kundendaten nicht zum Training und ist nach eigenen Angaben ISO 27001 zertifiziert und SOC 2 Type II auditiert. Vertragspartner ist die Langdock GmbH in Berlin; sie gehört laut Gesellschafterliste zu 100 % der Langdock Inc. in Delaware. Ob daraus ein CLOUD-Act-Risiko folgt, ist juristisch umstritten.

Wie viele Nutzer braucht es, damit sich Langdock lohnt?

Langdock nennt keine Mindestnutzerzahl. Unterhalb von etwa zehn Zugängen gibt es das Verwaltungsproblem noch nicht, das eine Plattform löst. Nach oben gibt es keine Grenze; eine eigene Umgebung nur für ein Haus beginnt allerdings erst bei 2.000 Zugängen.

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